Zweifellos links

Der Deutsche Journalisten-Verband hat ein neues Projekt, genauer, einen Blog gestartet, indem sich Journalisten gegen Gewalt gegen ihre Zunft aussprechen. Mit Erfahrungsberichten etwa. Leider geht es einmal mehr nur um Pegida, vermeintliche Rechtsextreme und Neo-Nazis. Kein Wunder, denn der Verband rückt seit Monaten stark nach links – und etabliert sich mit Augenzeugen.info nun endgültig als Sprachrohr linkspolitischer Redaktionen. Zum Leidwesen der Pressefreiheit.

„Übergriffe auf Journalisten, Schlagen, Prügeln, Treten kommen bei rechtsradikalen Demos immer öfter vor.  Die rechtsradikalen Demonstrationen werden immer aggressiver und gewalttätiger. Es steht also zu befürchten, dass die Anzahl der Straftaten schnell weiter wächst. Wir glauben, dass wir entschiedenes Handeln der Politik und Sicherheitskräfte gegen die permanente Verletzung der Pressefreiheit nur erreichen, wenn wir Zahlen und Fälle dokumentieren können“, heißt es auf Augenzeugen.info, dem neuen Blog des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV).

Das Blog ist nicht nur ein neues Projekt, sondern ein konsequentes obendrein. Seit Monaten rückt der DJV zunehmend nach links, positioniert sich in Kommentaren ganz selbstverständlich gegen den sogenannten Rechtspopulismus von AfD bis Pegida, sonnt sich in Gefällt-mir-Angaben und Durchhalteparolen aus dem linkspopulistischen Milieu und versteht sich mittlerweile wohl auch als Sprachrohr einer, in ihren Ursprüngen von Linksaußen, etablierten „Refugees Welcome“-Bewegung.

Der Verband bedient sich dabei ähnlich aggressiven und undifferenzierten Äußerungen wie man sie nun schon seit längerem aus dem linken Lager gewöhnt ist. Arrogant, verallgemeinernd, diffamierend. So schrieb ein DJV-Autorin in einem Kommentar ganz selbstverständlich davon, dass Xavier Naidoos Äußerungen homophob und rassistisch gewesen seien, anstatt – wie es Höflichkeit und die journalistische Objektivität eigentlich geboten hätten – darauf hinzuweisen, dass bestimmte Aussagen von manchen Leuten als homophob und rassistisch verstanden wurden. Von mir zum Beispiel keineswegs – und ich bin Journalist.

Gerade in den vergangenen Tagen überwiegen im Facebook-Stream des Verbandes aber Schauergeschichten aus dem Pegida-Reich, als wäre Mordor in Sachsen. Dazwischen finden sich Artikel wie diese: „22 namhafte Feministinnen um die ‪#‎aufschrei‬-Initiatorin Anne Wizorek wenden sich mit der Kampagne ‪#‎ausnahmslos‬ gegen sexualisierte Gewalt und ‪#‎Rassismus‬.“

Anne Wizorek, eine namhafte Feministin also? Das kann man so formulieren, was jedoch keineswegs davon ablenken sollte, dass eine Wizorek zu den überflüssigsten Personen überhaupt gehört, wenn bei Hart aber Fair oder anderswo mal wieder über den Genderwahnsinn diskutiert wird. Und nein, lieber DJV, sie positionieren sich auch nicht gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus, sondern gegen ihre Interpretation davon, was sexistisch und rassistisch ist. Es ist der selbe Effekt wie bei Xavier Naidoo: Der DJV übernimmt einfach linke Einschätzungen und präsentiert sie als Tatsache.

Nicht nur die thematische Agenda des DJV ließe sich seit Monaten völlig problemlos auf die Grünen oder die Linke übertragen, sondern auch die entsprechende, publizierte Meinung – und die Feindbilder. Die Selbstwahrnehmung des Verbandes ist, freilich, eine ganz andere: „Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) vertritt die berufs- und medienpolitischen Ziele und Forderungen der hauptberuflichen Journalistinnen und Journalisten aller Medien. Er ist politisch wie finanziell unabhängig und handelt ohne sachfremde Rücksichtnahmen.“ So weit können Selbstwahrnehmung und Realität auseinanderklaffen.

Nun also Augenzeugen.info: Ich habe in der Vergangenheit bereits von meinen Erfahrungen als Reporter berichtet. Einerseits mit dem Schwarzen Block bei einer Anti-Siko-Demo in München, andererseits mit Pegida in Dresden. Ich bin mir nicht sicher, ob es in meiner Zunft schon ein Privileg ist, beide Seiten und ihren Umgang mit Journalisten zu kennen, anstatt nur darüber zu sprechen und nachzuplappern, was die jeweiligen medialen Sprachrohre alles ausspucken – oder eben nicht. Wahrscheinlich.

Anders kann ich mir nicht erklären, dass der DJV künftig nur über Gewalt und Drohungen von Rechts berichten will und den Linksextremismus, der eben kein aufgebauschtes Problem ist, und seine direkte Auswirkung auf Medienvertreter vor Ort schlicht unter den Teppich kehrt. Er leugnet linke Gewalt gegen Journalisten sogar (s. unten).

Das alles passiert allerdings nicht zugunsten der Pressefreiheit, wie der DJV gerne behauptet, sondern läuft genau konträr zu ihr. Wie will man Pressefreiheit verteidigen, wenn man nur an einer einzigen Front kämpft, obwohl die Fronten mit Linksextremisten, Islamisten und anderen Radikalen doch viel zahlreicher sind? Ich habe den Schwarzen Block selbst erlebt, wurde bedroht und fotografiert. Und doch wird so getan, als wären einzig und allein Pegida, vermeintliche Rechtsextreme und Neo-Nazis das Problem. Was für ein Unfug: Radikalismus ist das Problem, egal welcher Couleur. 

Wir erinnern uns: Der DJV versteht sich als Kämpfer für die Pressefreiheit, notfalls als Golem, der unabhängig vom (linken) Urteil anderer eisernen Grundsätzen folgt und nach ihnen handelt. Ist das wirklich so? Die öffentlich-rechtlichen Medien und die SPD haben jüngst zu einem Werbeboykott gegen das Rechtsaußen-Blatt Junge Freiheit (JF) aufgerufen, angestachelt durch einen Bericht von Report Mainz. Die JF lässt sich, aus meiner subjektiven Wahrnehmung, gut als rechtes Pendant zur taz verstehen. Die Zeitung ist rechstkonservativ und privatfinanziert, also im Gegensatz zu ARD oder ZDF nicht vom Staat. Über den Boykottaufruf hat sich der DJV nicht echauffiert. Der Verband hat gar nicht darüber berichtet.

 

P.S. Kurz nachdem dieser Meinungsartikel von mir online gegangen ist, hat der DJV auf Facebook öffentlich abgestritten, dass es überhaupt linke Gewalt gegen Journalisten gibt. 

DJV

 

 

 

 

 

 

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