Antifa, die Menschenfreunde oder Der kleine Christian

Mein Eindruck steigt, dass der ‪#‎Antifa‬ Szenen wie in ‪#‎Clausnitz‬ eigentlich ganz recht sind. Wahrscheinlich sitzen sie in ihren Kinderzimmern vor dem Laptop, unten kocht Mutti Rouladen, dann ploppt eine Chat-Nachricht auf. „Hey Christian, schon gesehen, was die Kack-Nazis in Clausnitz veranstalten?“ Christian klickt auf den Link. Er sieht einen Mob, der „Wir sind das Volk“ brüllt, weinende Kinder, verunsicherte Frauen. Er freut sich. Schnell auf Twitter, sich empört zeigen, nicht erfreut. Mutti Bescheid sagen, dass sie das Essen bitte warmhalten soll.

Christian kann heute nicht zum Essen bleiben, er muss raus, politischer Straßenkampf. Zum Abschied nickt er noch seinem Terrorgruppe-Poster zu, ruft „Ho! Ho! Ho Chi Minh!“, aber nicht zu laut, weil Mutti sonst böse wird. Die ist eh schon sauer, weil ihr kleiner Ronny („Er war mal so ein lieber und vernünftiger Junge“) lieber gegen das System kämpft als sein Studium zu beenden. „Die Mission ist wichtiger“, findet Ronny. 

Ja, Christian heißt eigentlich Ronny, aber mittlerweile Christian wegen Christian Klar halt, ein Spitzname eigentlich, weil er kämpft ja auch gegen das „Schweinesystem“. Dann zieht er los, fährt mit dem Regionalbus nach Clausnitz. 870 Leute leben hier. Die 100 vom Donnerstag, der Mob, wahrscheinlich teils aus Clausnitz, teils aus dem Umland angereist. Christian interessiert das nicht. Er kämpft gegen Gewalt gegen Ausländer und Diskriminierung mit Gewalt gegen alle und Diskriminierung. „Die Mittel heiligen den Zweck“, findet Christian. Deshalb hat er auch eine Sprühdose dabei. Er malt hier ein bisschen, da ein bisschen, stets bemüht, sich hinter seiner in Asien gefertigten Jack-Wolfskin-Jacke zu verstecken, die New Balance aus Indonesien an den Füßen sind leise beim Auftreten. Gut so.

Christian fotografiert die Schmierereien in Clausnitz für Twitter. Dann fährt er wieder nach Hause. Schreibt Drohbriefe gegen ganz Clausnitz, also auch gegen jene, die mit dem Mob nichts zu tun hatten. Auch hier leben Frauen, Kinder, die vielleicht verunsichert sind, weil nicht nur ein Mob in der Gegend rumort, sondern plötzlich auch noch die anderen Gewalttäter drohen, die von der Antifa.Christian ist stolz jetzt, würde das natürlich nicht so nennen, weil das Wort vorbelastet ist. Christian ist frohen Mutes jetzt, sagen wir es so, weil Gabi sich nicht mehr mit ihren Kindern raustraut.

Am Wochenende war Gabi noch empört, weil sie nicht verstehen konnte, warum ausgerechnet in ihrem schönen Dorf so etwas passiert. „Unfassbar“, hat sie ihrer Schwester am Telefon noch erzählt. Jetzt hat sie nur noch mehr Angst. Danke Antifa, ihr Menschenfreunde. Da hat sich Christian die Rouladen von Mutti aber auch schwer verdient. Danke, Christian, Du Held des Antikapitalismus.

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