Pharmabranche: Neue Wege auf Rezept

Die Pharmabranche konzentriert sich zu sehr auf ihre Produkte, zu wenig auf den Kunden – das schlägt sich auch in der Werbung nieder. Der Patient 2.0 wird das Pharmamarketing daher grundlegend verändern

erschienen in W&V, 29/16

Blau ist eine Farbe, die auf Menschen zumeist kalt wirkt. Begünstigt durch die Farbe des Himmels und dessen endlose Ausdehnung, ruht in ihr aber, sagen Literaten, auch Beständigkeit und damit einhergehend Harmonie, Sympathie und Zufriedenheit. Insofern ist der Farbton doch gut gewählt, der den Veranstaltungssaal des noblen Curiohauses unweit der Außenalster Mitte April dieses Jahres dominiert. Am frühen Morgen hat sich hier eine ganze Delegation aus der Pharmabranche eingefunden: Hersteller, Apotheker und andere Vertreter der Medikationszunft, da die Bauer Media Group zum diesjährigen Pharma-Symposium geladen hat. Am Vorabend feierte man noch ausgiebig in Tim Mälzers In-Lokal „Bullerei“, tags darauf will man sich nun etwas über­nächtigt der Zukunft einer ganzen Branche widmen, die zwar steigende Umsätze verzeichnet, aber doch fürchtet, in Zeiten der Digitalisierung den Anschluss zu verlieren. Am Ende des Tages wird man sich auf 16 Thesen zum Status quo und zu dem, was da noch kommen wird, geeinigt haben. Manche Thesen sind mit Weitsicht formuliert, manche banal, aber dennoch notwendig zu erwähnen. Continue reading „Pharmabranche: Neue Wege auf Rezept“

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Kollege Roboter

Durch Maschinen und Software findet ein gewaltiger Umbruch in der Arbeitswelt statt: Millionen Jobs sind vom Aussterben bedroht. 1. Teil der FOCUS-Serie über die Industrie 4.0

erschienen im FOCUS Magazin

Ein 21 Meter hoher, grauer Kasten erhebt sich zwischen Wäldern und Rapsfeldern. Drinnen surrt und klappert es überall. Roboter mit Greifarmen – flache, in die Breite gezogene Obelisken, gut 20 Meter hoch – sausen auf Schienen zwischen haushohen Regalen hin und her. Was sich gut verkauft, das kommt nach vorn. Was sich schlecht verkauft, muss nach hinten. Unaufhörlich rollen graue Kisten durch ein Labyrinth aus Fließbändern. Sie werden zwar noch von Menschen befüllt. Aber rote Lichter und Bildschirme zeigen an, was der Kunde bestellt hat. In die eine Kiste greifen, in die andere Kiste legen. Auf „Bestätigen“ drücken. Und die Ware saust davon. Vollautomatisch.

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RB Leipzig: Ein Bulle am Horizont

RB Leipzig ist die umstrittene Marke im deutschen Profifußball. Wie sich der Klub ­trotzdem abseits des Spielfelds etablieren will. Ein Ortsbesuch

erschienen in W&V, #34/16

Es dauert einige Pils und eine Hausrunde Pfefferminzschnaps, bis Marius (Name geändert) kurz innehält, dann aufsieht und sagt: „Ich bin RB-Fan.“ Er nimmt noch einen tiefen Schluck, nickt, dann geht er zur Tür hinaus nach diesem zufälligen Treffen: „Schreib bloß keinen Scheiß“, sagt er noch – torkelt nach rechts in eine Gasse, wo er im schwachen Schein der Laterne Schritt um Schritt eins wird mit der Leipziger Nacht. Zurück bleibt das Gefühl, man habe ihn verprellt. Journalist? RB Leipzig? Es wurde schon viel geschrieben über diesen Klub und seine Fans; lange nur wenig Gutes, das weiß Marius auch. Continue reading „RB Leipzig: Ein Bulle am Horizont“

„Es ist ein Vergnügen zu töten, wenn Allah es befiehlt“

Im Norden Nigerias wütet die Terror-Miliz Boko Haram. Ein Ende des Terrors, der in sechs Jahren über 13.000 Menschen das Leben kostete,  ist noch lange nicht in Sicht. Korruption und Verrat fressen sich wie Krebsgeschwüre durch die Gesellschaft, die nördlichen Nachbarländer haben Angst – und Boko Haram will das ganze Land ins Kalifat zwingen

erschienen auf FOCUS Online

Boko Haram bekennt sich zu Massaker,Boko Haram tötete auch Schwangere bei Entbindung, Zehnjährige mit Sprengstoffgürtel auf den Markt geschickt. Das sind nur drei Schlagzeilen der vergangenen Wochen über die Terror-Miliz, deren Name übersetzt so viel bedeutet wie „Westliche Bildung ist Sünde“. Fast täglich kommen weitere hinzu. Erst jüngst richtete die Sekte ein Massaker in einem kamerunischen Dorf an. Der Angriff auf Fotokolim Norden des Landes: Ein Racheakt für eine offensive der tschadischen Armee, die kurz zuvor 200 Boko-Haram-Kämpfer getötet hatte.

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