Zurück auf Augenhöhe

Politische Realität ist keine Wahrheit. Sie ist das Resultat einer ganzen Reihe von Interpretations- und Erfahrungsmustern, von Überzeugung und Misstrauen, Zustimmung und Ablehnung. Die politische Realität des einen kann daher völlig konträr zu der des anderen sein. Besonders eindrücklich zeigt sich das an der aktuellen Migrationsdebatte.
Wo beginnt Rassismus? Wieviel Zuwanderung ist zu viel Zuwanderung? Ist der Islam mit demokratischen Grundwerten vereinbar? Und was wiegt mehr, die Bringschuld der Ankommenden oder die Verantwortung der Aufnehmenden? Eine kleine Auswahl großer Fragen, mit denen sich der politische Mensch von heute konfrontiert sieht. Fragen allerdings, auf die es keine absolute Antwort gibt. Daher brauchen wir den Diskurs und für den Diskurs brauchen wir die Sprache.
Allerdings lässt sich zunehmend beobachten, dass Sprache in der politischen Auseinandersetzung gelöst wird von ihrem ursprünglichsten Zweck, der Vermittlung zwischen Sender und Empfänger – und zum Instrument wird, um den politischen Gegner von Grund auf abzuwerten. Continue reading „Zurück auf Augenhöhe“

Advertisements

Sagen, was ist

Anja Reschke wurde gestern vom Medium-Magazin als Journalistin des Jahres ausgezeichnet.  Reschke sagte: „Meine Rolle ist die einer Journalistin, aber, das muss ich zugeben: Ich weiß nicht mehr, was das ist.“ Sie zitierte den Spiegel-Gründer Rudolf Augstein. Der forderte Journalisten auf zu „sagen, was ist“. Ein Zitat, das auch in der Eingangshalle des Spiegel in Hamburg prangt, erzählte Reschke. Allerdings, so Reschke, wisse sie nicht, was dieses „sagen, was ist“ heute noch heißt. Sie wisse nicht mehr, was ist, was wahr, was erfunden. Continue reading „Sagen, was ist“