Ein bisschen Männerhass am Montag

Hans-Georg Maaßen wird zunehmend zum Sinnbild für den verzweifelten Kampf einer politischen und medialen (Teil-)Elite gegen ihre Kritiker. An vorderster Front findet sich – wenig überraschend – die ehemalige Volks- und heutige Nischenpartei mit Regierungsbeteiligung SPD, die wohl primär mit dem Finger auf Maaßen zeigt, um wenigstens für kurze Zeit vom eigenen Niedergang abzulenken. Das kann man ihr auch nur so halb übel nehmen, steht sie als Partei insgesamt dann auch selbst kurz vor der Pensionierung, was sie nun wiederum für Maaßen fordert.

Hintergrund ist eine Rede, die Maaßen jüngst gehalten haben soll und in der er unter anderem mit dieser SPD, aber auch mit der Großen Koalition und dem System Merkel insgesamt, abrechnet. Und weil Maaßen das tut, soll ihm die Rolle des Sonderermittlers im Bundesinnenministerium – bekanntlich der Minimalkonsens nach einer wochenlangen Treibjagd auf einen Mann, dessen primäre Schuld darin bestand, der Einschätzung eines Regierungssprechers zu widersprechen – nun doch verwehrt bleiben. Für die einen zu Recht politischer Kindergarten, für die anderen – zum Beispiel eine SPD – ernsthaft der Aufhänger für einen kleinen Profilierungsversuch in schlechten Zeiten.

In seiner nun als „umstritten“ geltenden Rede (die meines Erachtens nach noch gar niemand gesehen hat) soll Maaßen unter anderem gesagt haben, dass in der Bundesregierung linksradikale Kräfte am Werk seien, die ihn – als allein schon von Amts wegen ausgewiesenen Kritiker einer naiven, linken Einwanderungspolitik – los werden wollten. Dass ein ehemaliger Verfassungsschutzpräsident vor linksradikalen Kräften in der Regierung dieses Landes warnt, sollte eigentlich Grund zur Sorge und für weiterführende Recherchen sein, zum Beispiel und vielleicht auch gerade bei einer Zeitung wie der DIE WELT. Weil das aber zu kompliziert ist, beschränkt man sich dort darauf, das Gesagte als „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungsszenario“ abzutun – obgleich jeder, der sich nur ein wenig mit Linksextremismus beschäftigt, weiß, dass die Grenzen zwischen linksradikalen Straßentrupps und der SPD teilweise fließend sind. Die Berichterstattung der DIE WELT über die Rede hat übrigens nur eine einzige Quelle: die dpa. Copy-Paste-Journalismus.

FOCUS-Autorin Laura Ewert schreibt sich den Frust von der Feministenseele

Noch mehr Hass auf weiße Männer findet man derweil übrigens ausgerechnet im aktuellen FOCUS Magazin, dessen Zielgruppe sich ironischerweise vor allem aus weißen Männern zusammensetzt. Dort schreibt sich eine gewisse Laura Ewert ihre Wut auf Jordan B. Peterson („12 Rules of Life“) und wohl auch den Frust auf Männer insgesamt von der Feministenseele. Von der „Rache der weißen Männer“ ist da die Rede, oder der „Renaissance des Chauvinismus“.

Ein durchaus erheiterndes und zugleich erhellendes Stück, das gut als Exempel für einen Wutausbruch der Generation feministische Schneeflocke taugt. Der Text strotzt nur so vor Selbstgerechtigkeit – und gleichzeitig wird man das Gefühl nicht los, dass die Autorin den Tränen beim Schreiben mindestens nahe war. Wahrscheinlich aber will Frau Ewert nur, was die SPD eben auch will: geliebt werden.

 

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