Chemnitzer Ursachenforschung

Im Zusammenhang mit dem Aufmarsch rechter Fußballfans und Sympathisanten in Chemnitz geistert durch die sozialen Medien ein Vorwurf, der bald auch von den linksgrünen Medien übernommen werden dürfte: Die Jagdszenen und das nationalistische Geplärre in Chemnitz, so heißt es, seien direkte Folgen von Hass und Hetze. Einer mit über 30.000 Followern twittert zum Beispiel: „Keiner kann mehr wegschauen, wir alle müssen lauter werden! Hört bitte auf, über ‚besorgte Bürger‘ oder ‚Protestwähler’ zu reden und zu schreiben.“ Auch die für ihre messerscharfen Analysen bekannte Sawsan Chebli hält mit ihrer ganz eigenen Sicht auf die Dinge mal wieder nicht hinterm Berg: „Rechte werden immer stärker, immer lauter, aggressiver, immer radikaler, immer selbstbewusster, sie werden immer mehr. Wir sind mehr (noch), aber zu still, zu bequem, zu gespalten, zu unorganisiert, zu zaghaft. Wir sind zu wenig radikal.“ Continue reading „Chemnitzer Ursachenforschung“

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Sachsen macht irre

Der aktuelle Aufschrei um ein ZDF-Fernsehteam und einen Pegida-Anhänger, der in bisher unbekannter Position für das Landeskriminalamt tätig ist, offenbart einmal mehr die Scheinheiligkeit der einschlägigen Medien und Politik im Kampf gegen angebliche rechte Umtriebe. Nicht nur, dass dem Pegida-Anhänger – meines Erachtens nach und trotz seines unhöflichen Auftretens – zu Unrecht unterstellt wird, er habe das Fernsehteam „verbal angegriffen“, wie es unter anderem der „Stern“ und das „ZDF“ behaupten. Auch das Gebaren der direkt und indirekt beteiligten Journalisten in Kombination mit (dem im Kampf gegen Rechts allzu beliebten) Geltungsdrang bestimmter Politiker zeigt eindrücklich, wie es um Demokratie und freie Meinungsäußerung in Deutschland bestellt ist: nicht gut.  Continue reading „Sachsen macht irre“

Zurück auf Augenhöhe

Politische Realität ist keine Wahrheit. Sie ist das Resultat einer ganzen Reihe von Interpretations- und Erfahrungsmustern, von Überzeugung und Misstrauen, Zustimmung und Ablehnung. Die politische Realität des einen kann daher völlig konträr zu der des anderen sein. Besonders eindrücklich zeigt sich das an der aktuellen Migrationsdebatte.
Wo beginnt Rassismus? Wieviel Zuwanderung ist zu viel Zuwanderung? Ist der Islam mit demokratischen Grundwerten vereinbar? Und was wiegt mehr, die Bringschuld der Ankommenden oder die Verantwortung der Aufnehmenden? Eine kleine Auswahl großer Fragen, mit denen sich der politische Mensch von heute konfrontiert sieht. Fragen allerdings, auf die es keine absolute Antwort gibt. Daher brauchen wir den Diskurs und für den Diskurs brauchen wir die Sprache.
Allerdings lässt sich zunehmend beobachten, dass Sprache in der politischen Auseinandersetzung gelöst wird von ihrem ursprünglichsten Zweck, der Vermittlung zwischen Sender und Empfänger – und zum Instrument wird, um den politischen Gegner von Grund auf abzuwerten. Continue reading „Zurück auf Augenhöhe“